Auswüchse, Knollen und unförmige Gebilde an Obstbäumen

Ob Auswüchse, Knollen oder unförmige Gebilde, welchen Begriff man wählt, spielt erst einmal keine Rolle. Diese Veränderungen sind immer ein Anzeichen, dass der Baum von Schädlingen oder einer Krankheit befallen ist. Zu den Schädlingen und Krankheiten kommen noch Überdüngung, Gifte, Wachstumsstörungen und Umwelteinflüsse.

Neben den Umwelteinflüssen kommen noch die hausgemachten Einflüsse dazu. Einflüsse an die am wenigsten gedacht wird. Der Gärtner selbst sorgt dafür, dass der Baum geschwächt wird.

Weitere Einflüsse, die nicht festgestellt werden können, an die keiner denkt. Grundabwassersenkungen durch Baustellen können einen erheblichen Einfluss auf das Wachstum des Baumes haben. Abgase durch Veränderungen der Infrastruktur sowie Lichtsmog (viel Licht in der Nacht) beeinflussen den Baum.

Erkennbare Krankheiten und Schädlingen

Baumkrebs

Die Gefahr des Baumkrebs besteht mit dem Alter eines Baumes, an jungen Bäumen tritt der Krebs sehr selten auf. Er wird durch einen Pilz hervorgerufen und lässt sich nicht bekämpfen. Der Befall ist erkennbar, neben rissigen orange, rötlich oder braunen trockenen rissigen Stellen.

Sehr auffällig sind unförmigen Auswüchse bzw. Geschwulste (Bild 1links am Stamm, Bild 2 rechts oben). Die unförmigen Beulen (im Bild 1 und 2 leicht erkennbar) sind ebenfalls ein Zeichen des Baumkrebsbefall.

Knollen und unförmige Gebilde an Obstbäumen

An dickeren Ästen ist der Krebs erkennbar (Bild 3), als ob ein Geschwür den Ast zertrennen würde (macht es nicht). Der befallene Baum kann mit dem Krebs noch Jahre leben, der Baum von den Bildern hat den Befall schon über 20 Jahre und trägt immer Früchte.

Knollen und unförmige Gebilde an Obstbäumen

Knollen und unförmige Gebilde an Obstbäumen

Die Lebensdauer des Baumes kann verlängert werden, indem die Geschwüre regelmäßig bis ins gesunde Holz ausgeschnitten werden.

Unser Video dazu:

Allgemein Baumkrebs

Neben dem herkömmlichen Baumkrebs gibt es noch eine Vielzahl von weiteren Krankheiten, die die Symptome wie Wucherungen, Verformungen und Auswüchse verursachen. Die Ursache der Infektionen werden hauptsächlich durch Bakterien oder Pilzen verursacht. Die erkennbaren Symptome entstehen durch die starke Bildung von Wundgewebe, die infizierte Pflanze versucht die Wunde (hervorgerufen durch Bakterien oder Pilzen) zu überdecken. Es ist nicht nötig, bei der Vielzahl der verschiedensten Bakterien und Pilzen (dazu gesellen sich noch Viren) den Erreger zu suchen.

Um den Erreger zu finden. sind aufwendige Laboruntersuchungen nötig, diese Kosten dürfte der Hobbygärtner kaum aufbringen wollen. Selbst die 30 bis 50 € für eine Bodenanalyse hat der Hobbygärtner nicht übrig. Noch nicht einmal die Möglichkeit der kostenlosen Analyse (wird am Standort von GartenBob.de angeboten) nutzen die Hobbygärtner, nur einige wenige lassen ihren Boden analysieren.

Blutlauskrebs

Tritt ein Blutlausbefall auf sind die Symptome ähnlich des Baumkrebs. Die Läuse saugen am Kambium, die Rinde kann aufplatzen, bei stärkeren Befall kommt es zu Wucherungen. Die Blutlaus ist braunrot und ca. 2mm groß. Der Befall lässt sich auch an dem weißen Watte ähnlichen Wachsflocken mit denen sich die Lauskolonie bedeckt. Prüfen kann man den Befall indem die erkennbaren Läuse zerdrückt werden, es entsteht ein blutartiger verschmierter Fleck (daher der Name Blutlaus). Die entstandenen Wundstellen sind wie beim Baumkrebs zu behandelt. In einem naturnahen Garten ist der Blutlausbefall sehr selten bzw. minimal, die natürlichen Feinde wie Blutlauszehrwespe, Schweb- und Florfliegen, Marienkäfer sowie Ohrwürmer erledigen die Bekämpfung. Beim Einsatz von Spritzmitteln sollte auf nützlingsschonende Präparate zurückgegriffen werden, andere Spritzmittel töten auch die Nützlinge.

Beulen

Gleichmäßige Verformungen ohne Risse und Harzfluss können Wachstum bedingt auftreten. Reißen die Beulen nicht auf und die Fruchtbildung erfolgt ohne Störungen können die Beulen außer acht gelassen werden.

Unförmige Gebilde

Unförmige Gebilde im unteren Stammbereich können durch mechanische Schäden auftreten. Mit dem Rasenmäher oder anderen Geräten den Stamm berühren und dabei die Rinde beschädigt. kann ausreichen. das Krankheitserreger oder Schädlinge den Baum angreifen können. Solche Deformationen, die der Gärtner selten war nimmt bieten vor allem Pilzen die Möglichkeit den Baum zu befallen. Die Gefahr rührt von der technischen unförmigen Verletzung, die Stelle sollte mittels Messer begradigt werden. Sind die Wundränder begradigt kann die Selbstheilung (Bildung von neuen Gewebe) schnell erfolgen.

Überdüngung und Gifte

Die Überdüngung vor allem mit Stickstoffdünger ist eine häufige Ursache. Gifte der Schwächung der Bäume. In vielen Gärten wird viel zu viel Stickstoffdünger eingesetzt. Ohne Bodenanalyse sollte überhaupt kein Kunstdünger zum Einsatz kommen. Im herkömmlichen Gartenbereich ist der Einsatz von Komposterde und Mulchen (kein Rindenmulch) völlig ausreichend.

Zur Überdüngung kommt noch der Einsatz von Giften, welche wesentlich zur Schwächung der Bäume beitragen. Schon beim kleinsten Auftreten von Wildkräuter wie Gänseblümchen oder Löwenzahn kommt Unkrautvernichtungsmittel zum Einsatz, eine Blattlaus an einer Rose schon kommt das Nächste Gift zum Einsatz und weiter geht es mit Käfer- und Raupenfrei, Schneckenbekämpfungsmittel und weiteren Insektiziden.

Überdüngung sowie der Einsatz von Giften liegt im gesamtem Umfeld des Baumes, der gesamte Garten und das Umfeld kommt dabei in Betracht, Grund- und Oberflächenwasser kennen keine Grundstücksgrenzen.

Des weiteren kommen noch Fungizide und sonstige Pflanzenschutz- und Stärkungsmittel zum Einsatz. Alternativ könnten biologische Mittel eingesetzt werden, da die Kosten höher liegen als beim Einsatz der Chemiekeule wird diese Möglichkeit kaum genutzt. Den Rest der Vergiftung des eigenen Gartenbodens, Oberflächen- und Grundwasser übernehmen weitere Gifte wie Moosentferner, Grünbelagentferner, Steinreiniger und sonstige Mittel. Die Vergiftung und Überdüngung des Bodens und des Wassers erfolgt nicht mit dem einmaligen Einsatz der Mittel sondern mit der regelmäßigen Anwendung, systematisch und langsam. Der traurige Nebeneffekt ist die systematische Ausrottung der Insekten und andere im Garten vorkommenden Tiere die wesentlich dazu beitragen das natürliche Gleichgewicht im Garten zu erhalten.

Mangel- und Überschusserscheinungen von Spurenelementen / Mineralstoffe

Spurenelemente bzw. Mineralstoffe (Hauptnährelemente) sind die lebensnotwendigen Nährstoffe für ein gesundes Wachstum von allen Pflanzen. Tritt ein Mangel oder Überschuss von Spurenelementen auf, kann es ebenfalls zu Auswüchsen und Deformierungen kommen, eine Bodenanalyse kann Aufschluss geben. Neben der Analyse zeigt der Baum durch Merkmale an Blättern oder Früchten an, um welchen Mangel oder Überfluss es sich handelt. Bei der Kontrolle sollten auch die Pflanzen in der Umgebung des Baumes betrachtet werden, da der Mangel oder Überschuss nicht nur am Wachstumsplatz des Baumes herrscht.

An Gemüsepflanzen lassen sich Mangel- oder Überschusserscheinungen leichter erkennen als an Bäumen. Die Grundelemente sind Stickstoff, Sauerstoff, Wasserstoff und Kohlenstoff. Weitere Hauptnährelemente sind Calcium, Kalium, Magnesium, Phosphor und Schwefel. Zusätzlich für ein gesundes Wachstum sind Bor, Chlor, Eisen, Kupfer, Mangan, Molybdän und Zink nötig. Einige Elemente wie Aluminium, Cobalt, Natrium und weitere Elemente wirken in geringer Konzentration wachstumsfördernd, können für bestimmte Pflanzenarten besonders nützlich sein.

Bodenanalyse

Eine Bodenanalyse gibt Aufschluss über den Nährstoffgehalt des Bodens, zusätzlich kann der Boden auch auf Schadstoffe untersucht werden. Entsprechende Labore gibt es im Normalfall in jeder größeren Stadt, sind keine Labore in der Umgebung, einfach in die Suchmaschine „Bodenanalyse“ eingeben. Es kann zwischen den verschiedensten Laboren gewählt werden. Mit Bestellen eines Bodenanalyse-Set erhält der Gärtner eine Anleitung sowie ein Behältnis für die Probe, die Probe einschicken, ist die Probe analysiert erhält man das Ergebnis.

Was kann man tun?

Ist ein Baum befallen, gibt es keine Möglichkeit mehr, Pilze, Bakterien und andere Schädlinge zu bekämpfen, einmal abgesehen von Blutläusen. Nur Erhaltungsmaßnahmen, eine ausgewogene Nährstoffversorgung mit den richtigen Nährstoffen ermöglichen es, dass der Baum noch Jahre leben und Früchte tragen kann. Es gibt Krankheiten wie zum Beispiel Feuerbrand und andere Viren oder Bakterienerkrankungen, die in kürzester Zeit den Baum absterben lassen, gegen diese Ursachen gibt es keine Mittel. Die einzige Möglichkeit ist der Weg zum natürlichen Gleichgewicht.

In naturnahen Gärten, ohne Kunstdünger und den Einsatz von Giften, ist die Häufigkeit von Schädlingsbefall und Krankheiten um ein vielfaches geringer als in herkömmlichen Gärten, in denen mit Kunstdünger und Giften fearbeitet wird. Mit einem Klick und einem Biotop ist das natürliche Gleichgewicht noch nicht hergestellt. Es kann einige Zeit dauern, wenn nicht einige Jahre, Rückschläge eingeschlossen, bis das natürliche Gleichgewicht wieder hergestellt ist, schließlich wurde der Garten über Jahre, Jahrzehnte systematisch mit Kunstdünger und Giften versorgt.

GartenBob.de bietet alle Informationen, was ein naturnahes Gärtnern ermöglicht, wie die Schaffung von Biotopen aller Art. Biotope bieten Rückzugs- und Entwicklungmöglichkeiten sowie zusätzlichen Lebensraum vor allem für die Nützlinge im Garten.

Die GartenBob.de Initiative 2 x 2 Meter für die Natur ist die einfachste Art im Garten einen natürlichen Lebensraum zu schaffen, die Initiative kostet keinen Cent.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. unser Kirschbaum hat grüne Flecken die aussehen wie Moos und er sieht so vertrocknet aus. Was ist das und wie kann man das ändern. Kirschen verfaulen schon am baum.

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