Die Blätter am Kirschbaum bekommen braune Flecken, in diesen entstehen Löcher und die Blätter fallen ab

Ein Teil der Blätter sieht aus, als seien diese mit Schrot durchschossen, anfänglich nur ein bis zwei, später schlagartig von einer Vielzahl von Löchern (Bild 1 u. 2). Vor den Löchern sind auf den Blättern helle Punkte zu erkennen, diese werden kaum wahrgenommen, da kaum damit gerechnet werden kann, dass dies die ersten Anzeichen eines extremen Pilzbefalls ist.

Blätter am Kirschbaum bekommen braune Flecken

Diese hellen Punkte verfärben sich nach einigen Tagen dunkelrot bis braun. Die Blätter vergilben mit der Zeit und fallen ab, die Endspitzen der Triebe bilden mit der Zeit, allerdings regelrechte Neutriebe von Triebspitzen mit neuen Blättern. Kleine schwarze Flecken bzw. Punkte bilden sich auf den Früchten, die im Folgenden verkrüppeln, verfaulen oder vertrocknen und abfallen.

Maßnahmen bei Befall

Endgültig bekämpfen lässt sich der Pilz nicht, ohne Maßnahmen ist das Ende des Baumes vorprogrammiert. Durch Stärkung des Baumes wie Mulchen (kein Rindenmulch), regelmäßiges Gießen mit Brennnesseljauche als Pflanzenstärkungsmittel lässt sich der Baum noch Jahre erhalten.

Um den Pilz zu minimieren, hilft der Einsatz von Tonerdepräparate, Netzschwefel und das Spritzen mit Kupferpräparaten, diese Mittel werden im biologischen Landbau angewendet. Konventionell ist ein regelmäßiges Spritzen mit Fungiziden möglich. Das Besprühen der Blätter mit Brennnesseljauche sorgt für eine Kräftigung des Blattwerks.

Eingrenzung durch Schnittmaßnahmen

Befallene Früchte, Blätter und Triebe entfernen bzw. vom Boden aufsammeln, nicht auf dem Komposthaufen, sondern verbrennen oder über den Hausmüll entsorgen. Die Baumkrone sollte ausgeschnitten werden, um eine bessere Durchlüftung zu erreichen, das Blattwerk trocknet nach Niederschlag schneller ab, der Pilz kann sich schlechter verbreiten.

Blätter am Kirschbaum bekommen braune Flecken

Knoblauch-Zwiebelsud

Zwei große Zwiebel und Knoblauchknollen zerkleinern, ca. 30 Minuten köcheln lassen, nach dem Abkühlen durch ein Sieb geben und die Flüssigkeit mit ca. zehn Teilen Wasser mischen. Den kompletten Baum vom Frühjahr bis kurz vor der Ernte wöchentlich einsprühen.

Tonerde

Die Tonerde in Wasser auflösen, dass das Gemisch mittels Spritze auf der Krone und Stamm aufgespritzt werden kann.

Fungizide

Sind chemische oder biologische Wirkstoffe, diese töten Pilze und Sporen ab oder verhindern das Wachstum während der Zeit der Wirksamkeit. Das entsprechende Fungizid kann nach Erkennen des Befalls durch den Pilz eingesetzt werden, regelmäßig nach Anwendungsvorschrift des jeweiligen Mittels.

Wichtig dabei ist die Einstellung der Spritzzungen vor der Ernte (Gebrauchsanweisung beachten). Im Folgejahr sollten die Spritzzungen weit vor dem ersten Austrieb und im folgenden regelmäßig alle zwei Wochen erfolgen.

Natürliche Spritzmittel

Der Einsatz von natürlichen Spritzmittel ist zu empfehlen, allerdings sind diese in ihrer Wirksamkeit begrenzt und helfen nur bei leichtem Befall oder dienen zur Vorbeugung. Natürliche Spritzmittel dienen vor allem der Pflanzenstärkung, Brennnesseljauche sorgt für die Kräftigung des Blattwerks und dient gleichzeitig als Pflanzenstärkungsmittel (regelmäßig gießen).

Weitere Jauchen aus Schachtelhalm, Schafgarbe oder Meerrettich können ebenfalls zur Anwendung kommen. Netzschwefel kommt im ökologischen Landbau zur Anwendung und wirkt wie Fungizide. Das Pulver lässt sich im Wasser gut auflösen, mit der Lösung den gesamten Kronen und Stammbereich benetzen.

Kupferpräparate

Mittel auf Kupferbasis werden im ökologischen Landbau eingesetzt, sie wirken als Fungizid gegen Pilzkrankheiten. Beim Einsatz von Kupferpräparaten sollten die Dosierungsvorschriften eingehalten werden. Kupferpräparate sind sehr wirkungsvoll, ohne Kupferpräparate würde es im ökologischen Landbau zu hohen Ertrags- und Qualitätsausfällen kommen.
Im Hobbybereich sollte Spritzmittel auf Kupferbasis nicht übertrieben angewendet werden. Ein direktes Spritzmittel gegen die Schrotschusskrankheit gibt es nicht, es kann auf ein herkömmliches Kupferpräparat gegen Pilze zurückgegriffen werden.

Mulchen

Durch das Mulchen (kein Rindenmulch) bildet sich durch den Verrottungsprozess Humus, dieser wird durch Gießen bzw. Niederschläge in den Boden gespült und wirkt als natürlicher Dünger. Das Mulchen sollte großzügig um die Baumscheibe erfolgen. Die Versorgung mit Pflanzenstärkungsmittel kräftigt den Baum, der durch den Pilzbefall geschwächt ist.

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