Bäume und Pflanzen durch Nachbarn vergiftet?

Wenn Bäume und andere Pflanzen einseitig zum Nachbargrundstück eingehen, kann schnell der Verdacht aufkommen, dass der Nachbar versucht Schaden anzurichten, aus welchen Grund auch immer. Es muss nicht immer Vorsatz sein, einem anderen Nachbar Schaden bzw. an dessen Pflanzen zuzufügen.

Es gibt immer noch eine Vielzahl von Gartenfreunden, die die sogenannte Putzkrankheit haben. Die Putzkrankheit bezieht sich allerdings in den meisten Fällen auf den Haushalt, kann sich aber auch auf den Garten oder das Auto und andere Dinge wie zum Beispiel die Wäsche auswirken.

Es wird geputzt, gewaschen, auf Teufel komm raus, dabei spielt der Einsatz von Haushaltschemie oder im Garten Unkrautvernichter, Moosbekämpfer, Schädlingsbekämpfungsmittel und sonstige Mittel keine Rolle mehr.

Die Ursache der Putzkrankheit

Es handelt sich um den neurotischen Putzwahn, es ist eine Erkrankung des Gehirnes. Eine psychische Erkrankung, somit eine Zwangsstörung/ Zwangserkrankung somit wird „Putzen zur Sucht“.

Die Gefahr der Krankheit

Das Gefährliche an dieser Erkrankung: Der Erkrankte geht immer davon aus, dass er immer alles richtig macht, egal ob er andere oder sich selbst schadet, schon alleine im Garten durch den Einsatz von Chemikalien und Giften. Je stärker die Erkrankung, je mehr werden die Mengen der Chemikalien und Gifte erhöht, um zu einem noch schnelleren Ergebnis zu kommen.

Selbst gegen Umweltgesetze wird verstoßen. Wie im Bild 2 zusehen wurde bis auf einen Bachlauf (oben im Bild) gegen Gänseblümchen und Klee im Gras vorgegangen und dies Gift gegen Wildpflanzen im Rasen. Der Bach befindet sich oberhalb des im Bild erkennbaren Zaunes, der Bach mündet nach ca. 4 Meter in einen Fluss.

Im Bild links nicht zu erkennen, fließt der Fluss ca. 3 Meter an den mit Gift behandelten Flächen vorbei. Das verwendete Gift, welches im Oberflächenwasser landet ist in kürzester Zeit im Wasser. Die behandelte Fläche befindet sich nicht im Garten des Erkrankten, sondern vor seinem Grundstück im öffentlichen Verkehrsraum.

Eine weitere Gefahr besteht, wenn auf Nachbargrundstücken Obst und Gemüse angebaut wird, da die Gifte in den meisten Fällen mittels Sprüher verteilt werden, besteht die Gefahr, dass der Sprühnebel auf das Obst und Gemüse des Nachbarn nieder geht.

Bei der Anwendung von Gartenchemie bzw. Giften gibt es Inkubationszeiten, erst nach einhalten dieser Zeit kann das Obst und Gemüse gegessen werden. Da der Benutzer von Mittel in den seltensten Fällen die Nachbarschaft informiert, besteht für diese beim Verzehr von Obst und Gemüse Vergiftungsgefahr.

Vorsätzliche Vergiftung von Bäumen und Pflanzen durch einen Nachbarn

Es gibt immer in der Nachbarschaft Gartenfreunde, die andere Nachbarn aus persönlichen Gründen schädigen müssen. Dies ist leicht von den oben genannten kranken Nachbarn zu unterscheiden. Bei den Putzkranken Nachbarn treten die Schäden durch Giften auf beiden Grundstücken auf, bei Nachbarschaftsfeindlichkeiten gegen einen anderen Nachbarn nur auf dessen Grundstück.

Wie kann man die Anwendung von Giften nachweisen?

Wenn ein Schädlings- und Krankheitsbefall absolut ausgeschlossen ist, kann eine Bodenanalyse und eine Untersuchung diverse geschädigten Pflanzenteile und Früchte durch ein Labor Aufschluss darüber geben, woran oder um welches Mittel es sich handelt. Es kann ein zugelassenes Pflanzenschutzmittel sein, aber durch das Labor kann eine Überdosierung nachgewiesen werden.

Welche weiteren Schritte können durchgeführt werden?

Polizei: Fotos machen und bei der Polizei eine Anzeige machen, wenn es sich um Früchte, Obst und Gemüse handelt, besteht der Verdacht, es geht nicht um die Pflanzen, sondern gegen den Nachbarn. Werden die Schäden nicht rechtzeitig erkannt und die Früchte, Obst und Gemüse gegessen, besteht der Verdacht der Körperverletzung.

Da der Verursacher nicht feststeht, geht die Anzeige gegen unbekannt, nicht von der Polizei abwimmeln lassen, neben den Fotos die Labornachweise vorlegen. Allerdings wird in solchen Fällen kaum ermittelt, allerdings sollte darauf bestanden werden, dass durch einen Polizeibeamten die Schäden vor Ort begutachtet werden. Weiter wird nichts durch die Polizei unternommen, da kein Verursacher gefunden wird und es sich lediglich um eine Sachbeschädigung handelt, wird durch die Staatsanwaltschaft das Verfahren wegen Geringfügigkeit eingestellt.

Umweltamt: Es besteht noch die Möglichkeit das Umweltamt einzuschalten, da bei einer Überdosierung eine Form der Umweltverschmutzung vorliegt. Eine Vielzahl von Bekämpfungsmittel dürfen in der Nähe von Gewässern nicht oder nur unter vorgeschriebenen Bedingungen verwendet werden.

Das Umweltamt kann (könnte) im Umfeld des Nachbargrundstückes prüfen, ob es sich um extreme Verunreinigungen handelt und bei Notwendigkeit auch Proben auf dem Grundstück des Nachbarn vornehmen sowie entsprechende Schritte einleiten. Auch hier ist man von der Behörde bzw. deren Mitarbeiter und dessen Interesse abhängig.

Observation durch Privatdetektiv: Ist sehr praktisch, da Privatdetektive viel Erfahrung haben, allerdings sehr kostspielig.

Rechtsanwalt: Ein Rechtsanwalt sollte immer mit im Spiel sein, dieser hat die Befugnis und Sachkenntnis rechtsberatend und ggf. bei Gericht tätig zu werden.

Welche Schritte kann man selbst unternehmen?

Folgende Empfehlungen sind nicht ganz legal, aber als Geschädigter hat man keine Wahl, da das Deutsche Rechtssystem eher den Schädiger schützt als den Geschädigten. Allerdings sind diese Tipps keine Straftaten, sondern dürften nur geringfügige Ordnungswidrigkeiten sein.

Wiederum kann es passieren, das Bildbeweise vor Gericht nicht anerkannt werden, was ebenfalls fraglich ist, da bei Videoüberwachung im öffentlichen Verkehrsraum Aufzeichnungen verwendet werden können.

Keine Selbstjustiz, auf keinen Fall sich an dem Nachbarn rechen, am besten diesen links liegen lassen. Den Nachbarn auf frischer Tat erwischen wäre möglich, in diesen Fall wird dieser das Gift versprühen leugnen, es steht Aussage gegen Aussage.

Wie kommt man an eine Bodenprobe vom Grundstück des Nachbarn?

Um das Nachbargrundstück nicht betreten zu müssen, kann eine Teleskopschaufel bzw. ein langer Stab an dem eine kleine Schaufel befestigt ist benutzt werden.

Nachbarn abschrecken: Videoüberwachung des eigenen Grundstücks, die Kamera darf nicht direkt zum Nachbargrundstück ausgerichtet werden. Im Normalfall reichen einige Millimeter Richtung Nachbarn aus um die Grundstücksgrenze zu erfassen, dies ist nicht verboten.

Lediglich das veröffentlichen der Bilder ist nicht erlaubt. Die Kamera sollte montiert werden, wenn der Nachbar sich im Garten befindet, er soll es sehen, damit eine abschreckende Wirkung erreicht wird.

Eine Überwachung in den öffentlichen Verkehrsraum ist nicht erlaubt. Optimal ist die Überwachung mit einer Wild-Überwachungskamera, allerdings wird diese verwendet, sollte der Nachbar nichts von dem Einsatz der Kamera wissen. Das Sichtfeld solcher Kamera ist optimal und in der Dunkelheit ist der Blitz nicht sichtbar.

Der komplette Beitrag ist keine Rechtsberatung, es handelt sich nur um verschiedenste Möglichkeiten, wenn der Verdacht besteht, das Bäume und Pflanzen durch Nachbarn vergiftet werden.

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