Pilze an Bäumen

Pilzbefall: Eine Vielzahl von Pilzen können sich an Bäumen ansiedeln, einige sind davon essbar. Verschiedenste Porlingsarten, Schwämme, Trameten, Schichtpilze, Rindenpilze, Zitterlinge, Drüslinge, Becherlinge und weitere, bei diesen Pilzen sind die Fruchtkörper zu sehen (Bild 1), das Pilzmyzel wächst an oder unter der Rinde.

Pilze an Bäumen

Pilze mit Fruchtkörper sind schön anzusehen, ernähren sich aber von lebenden oder toten Holz. Allerdings richten die Pilze ohne Fruchtkörper den größeren Schaden an, da man diese in den meisten Fällen zu spät erkennt, dass der Baum vom Pilz befallen ist.

Die Gefahr bei Pilzbefall ist neben Ernteeinbußen die Verringerung der Standfestigkeit. Bild 2 zeigt, dass das Holz innen total verschimmelt ist, aber außen das Holz noch gesund aussieht.

Pilze an Bäumen

An welchen Stellen siedeln sich hauptsächlich Pilze die Fruchtkörper bilden an?

Pilze siedeln sich hauptsächlich an geschwächten Bäumen an, es können Verletzungen durch Windbruch oder Gartenarbeit entstehen. Sie bevorzugen morsche Äste, Wurzelstümpfe, Totholz aber auch gesunde Bäume können befallen werden.

Pilze die erst erkannt werden, wenn der Baum größeren Schaden genommen hat

Braunfäule

Der Pilzbefall baut in den Zellen die Cellulose ab, das Holz wird spröde, die Zellwände trocknen aus. An Baumteilen kommt es zu Elastizitätsverlust, Teile am Baum trocknen ab, es kommt zu Bruch von Ästen, der Baumstamm kann umfallen. Liegt Holz am Boden, bricht dies in Stücke, die Teile lassen sich zu Staub zerreiben.

Weißfäule

Durch den Befall wird Lignin und Cellulose im Holz abgebaut. Das Holz lässt sich mit dem Fingernagel eindrücken und das Holz kann nicht komplett zwischen den Finger zerrieben werden.

Moderfäule

Diese Pilze bauen die Cellulose im Holz ab, es entstehen ähnliche Symptome wie bei der Braunfäule. Die Oberfläche des Holzes ist schleimig, wird sie trocken, bricht sie würfelartig. Ein Auftritt der Moderfäule ist häufig bei Stämmen die in Wassernähe stehen auf bzw. bei sehr feuchter Erde.

Was ist Lignin?

20 bis 30 Prozent des Holzes eines Baumes besteht aus Lignin. Lignin ist Bestandteil der pflanzlichen Zelle und sorgt maßgeblich für die Stabilität eines Baumes.

Was ist Cellulose?

Bildet die reißfesten Fasern in einer pflanzlichen Zelle. Das Holz besteht ca. zu 50 Prozent aus Cellulose und sorgt für Stabilität des Baumes.

Kontrolle ist besser

Für den Nichtfachmann ist es ratsam, sich professionelle Hilfe zu holen, um zu erkennen, um und ob es sich um einen Pilzbefall handelt. Handelt es sich um einen Pilzbefall, lässt sich von außen kaum erkennen, wie weit der innere Holzabbau fortgeschritten ist.

Auf keinen Fall sollte auf die guten Ratschläge von Nachbarn und Bekannten gehört werden, soweit diese nicht vom Fach sind, ein umstürzender Baum kann großen Schaden anrichten. Einen Laien erkennt man an seinen Äußerungen wie: man könnte, es müsste, vielleicht und weiteres herum Gerede, eine klare Aussage macht er nicht.

Sichtbare Pilze sorgen ebenfalls für die Zerstörung eines Baumes

Der Fruchtkörper an der Rinde macht es leichter den Pilz zu erkennen, der Schaden richtet sich nicht nach dem Fruchtkörper, sondern was dahinter steckt.

Beispiele: Der Harzige Lackporling verursacht die Holzzersetzung, vorzugsweise wird die Wurzelplatte von unten zersetzt.

Der Zottige Schillerporling verursacht eine versprödende Weißfäule. Bild 2 zeigt einen Ast einer Esche, innerhalb von zehn Jahren hat der Pilz eine ca. 25 Meter hohen Esche so zugesetzt, dass diese gefällt werden musste. Diese Esche stand vor GartenBob.de Garten ca. 8 Meter entfernt.

Muss ein Baum bei Erkennen von Pilzbefall sofort gefällt werden?

Um eine Ausbreitung des Pilzes zu vermeiden, wäre es ratsam, den befallenden Baum sofort zu fällen. Allerdings hängt dies von der Pilzart ab, beim Befall von Baumkrebs kann ein Baum noch Jahrzehnte wachsen und Früchte tragen.

Die Gefahr der Verbreitung besteht nur, wenn im Umfeld sich noch weitere Bäume der gleichen Art befinden, wie auf einer Plantage. Beeinflussen kann man die Ausbreitung eines Pilzes nicht, dazu sind die Möglichkeiten der Sporenübertragung zu vielseitig und nicht beeinflussbar. Die Entscheidung sollte die Standfestigkeit des Baumes und die Auswirkung auf den Kronenbereich sein. Ein Baum kann gesund aussehen aber innen zerstört.

Gibt es Maßnahmen den Baum zu retten?

Nein, allerdings können Maßnahmen getroffen werden, um den Baum noch Jahre zu erhalten, alles ist abhängig, wie standfest der Baum ist und wie weit der Pilz ins Innere des Holzes vorgedrungen ist.

Im Garten sind viele Bäume durch Kunstdünger geschwächt, da es ihnen zu leicht gemacht wird, sich natürlich mit Nährstoffen zu versorgen. In einem konventionellen Garten werden sehr viele Pflanzen im Umfeld mit zu vielen verschiedenen Düngerarten versorgt.

Rasendünger, Rosendünger, Erdbeerdünger und immer so weiter, dazu gesellen sich noch die verschiedensten Pflanzenschutzmittel, es entsteht in der Erde bzw. im Oberflächen- und Grundwasser neben einem Düngercocktail noch eine Mischung aus Pflanzenschutzmittel.

Das Immunsystem des Baumes wird geschwächt, die eigenen Abwehrmechanismen funktionieren nicht mehr, da die Chemie dem Baum die Arbeit abnimmt. Die Baum und Pflanzenstärkung sollte auf natürliche Weise erfolgen, Düngung durch Komposterde, Schachtelhalm- und Brennnesselsud sowie sonstige natürliche Maßnahmen wie Mulchen (kein Rindenmulch).

Abgestorbene Äste nach erkennen sofort entfernen, abgefallenes Laub sollte regelmäßig entfernt werden. Eine wirksame Maßnahme zur Pflanzenstärkung ist das Besprühen des gesamten Baumes von den Blättern und allen Holzteilen mit Brennnesselsud (Jauche).

Informationen gibt es bei GartenBob.de als Video unter „Brennnesselsud – Brennnesseljauche sprühen“ und „Brennnesselsud herstellen“, weitere Informationen über Pilzbekämpfung gibt es in der Kategorie „Schädlinge & Krankheiten“ wobei es keine Rolle spielt, um welche Baumart es sich handelt, Pilzbefall ist Pilzbefall.

Wie wirkungsvoll der Einsatz der Brennnessel ist, zeigt der Brennnesselkrieg in Frankreich, dort erreichte die Industrie, dass der Einsatz der Nessel unter Geldstrafe gestellt wurde. Um den Pilz einzudämmen, kann neben Hausmitteln auch Kupferspritzmittel (Pilzfrei) angewandt werden (Kupferpräparate werden im BIO – Anbau verwendet).

Rückschnittmaßnahmen bis ins gesunde Holz führen ebenfalls zur Eindämmung des Pilzbefalls, sollten aber nur von Baumpflegern bzw. anderen Fachkräften durchgeführt werden. Ergibt sich bei der Baumprüfung, dass der Stamm schon im unteren Bereich im inneren Schaden genommen hat, ergibt sich die Schlussfolgerung, den Baum sofort zu fällen.

Ein Abwarten könnte schwerwiegende Folgen im Falle eines Windbruches haben, auch ohne Fremdeinwirkung kann der Baum aufgrund seines Kronengewichtes einfach abknicken.

Welche Verfahren zur Prüfung des Baumes können angewandt werden?

Die verschiedenen Verfahren sollten durch erfahrende Fachkräfte durchgeführt werden, da Nichtfachleute schnell Fehldiagnosen stellen können. Durch das Abklopfen mit einem entsprechenden Hammer kann am Klang des Holzes wie eventuelles Hohlklingen festgestellt werden, ob der Baum im inneren noch stabil ist.

Mit einem Sondierstab kann das Ausmaß einer Aushöhlung festgestellt werden. Mit einem Zuwachsbohrer kann durch Anbohren eine oder mehrere Holzproben entnommen werden. Mit einer Bohrwiderstandsmessung mittels Bohrwiderstandsmessgerät kann die innere Struktur eines Holzes festgestellt werden. Das Anbohren eines Holzes mittels Spiralbohrer und der damit verbundenen Probe lassen sich ebenfalls Schlüsse auf die innere Struktur des Holzes ziehen.

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