Nussbaum fällen

In den letzten Jahren ist es Mode geworden große Nussbäume zu fällen, nicht nur das Laub zu Feind Nummer eins der meisten Menschen geworden, auch die Nüsse sind ein Ärgernis. Es macht ja Arbeit die Nüsse aufzusammeln und zu trocknen, dann müssen die Nüsse auch noch mittels Nussknacker geknackt werden.

Die bessere Alternative ist es Nüsse im Supermarkt zu ernten, nicht nur das Nüsse von Nussplantagen mit Pestiziden behandelt werden, diese müssen noch über weite Strecken transportiert werden, wobei durch den Transport wieder ein Beitrag zur Umweltverschmutzung geleistet wird, die Hauptsache ist man hat keine Arbeit mit Laub harken und Nüsse aufsammeln.

Unter einen Nussbaum zu sitzen ist im Sommer sehr erholsam, keine Insekten wie Mücken oder Wespen machen das Leben schwer, da die ätherische Gerüche die der Baum ausstrahlt die Insekten vertreibt.

Es hilft nichts, der Nussbaum muss weg

Nussbäume wurden in früheren Zeiten immer dort gepflanzt wo Nebengelass, Ställe oder Aufenthaltsräume im freien waren. Oft ist es nicht möglich auf Grund der örtlichen Gegebenheiten eine Hebebühne einzusetzen, so ist es erforderlich den Baum mittels Leiter und Klettertechnik Stück für Stück abzutragen.

Gartenbob Tipp:

Die sicherste Möglichkeit ist einen Fachmann zu beauftragen, dieser hat Erfahrung und die richtige Kletterausrüstung.

Walnussbäume sind sehr hoch, da reicht die normale Gartenleiter nicht aus, binden Sie niemals zwei Leiter zusammen.

Auf einer Leiter stehend sollte niemals eine Zweihandkettensäge verwendet werden, zwei Hände braucht man für die Säge und eine Hand für die Leiter, geht also nicht.

Arbeiten Sie niemals ohne gesichert zu sein, Klettergurte und Seile dürfte in den meisten Haushalten nicht vorhanden sein. Fragen Sie notfalls im Bekanntenkreis nach einen Feuerwehrmann oder Bergsteiger, besser noch einen Baumkletterer.

Achten Sie beim absägen auf den Entlastungsschnitt, Nussholz bricht mit einem mal und reißt Rindenstücke vom Stamm mit ab, an denen kann der abgesägte Ast hängen bleiben. Durch das Abreißen besteht die Gefahr das sich das Kettensägeblatt einklemmt. Wenn Sie keine Erfahrung mit einer Kettensäge haben verwenden Sie eine Handsäge.

Befinden sich Gebäude unter den Ästen ist es empfehlenswert die Äste mittels Seilen zu sichern und zusätzlich noch ein Zugseil anzubringen um den Ast die Fallrichtung vorzugeben.

Benutzen Sie auf keinen Fall null acht fünfzehn Baumarktseile, diese weisen zwar eine hohe Belastungsklasse auf aber nur im Ruhezustand, bedenken Sie bitte das zu dem Gewicht des Astes noch die Fallbeschleunigung und die Hebelwirkung kommt.

Etappenweise sägen

Sägen Sie sich von unten nach oben und lassen sie in regelmäßigen Abständen Stummel stehen, diese erleichtern das Klettern und sichern die Leiter gegen wegrutschen. Sind die Äste entfernt, geht es an den Stamm, kann dieser nicht in einem Stück gefällt werden, heißt es Stück für Stück.

Starken Stämmen sollten auf Grund ihres Gewichtes nicht zu lang sein, führen Sie immer ein Entlastungsschnitt durch, dieser gibt auch die Fallrichtung vor. Kann der Stamm komplett abgesägt werden sollte bei Stämmen ab 15 cm ein Fallkerb gesägt werden. Der Fallkerb gibt dem Stamm die Fallrichtung, er reicht bis max. 1/3 des Stammdurchmessers.

Der Winkel zwischen den waagerechten und schrägen Schnitt sollte ca. 45° betragen. Der Fällschnitt sollte 2 bis 3 cm über der Fallkerbsohle liegen, weiter sägt man bis zur Bruchleiste, der Abstand zwischen Fallkerb und Fällschnitt, die Bruchleiste sollte 1/10 des Durchmessers betragen.

Den Fall des Stammes führen Sie am besten mit einem Keil durch. Um die Fallrichtung vorzugeben kann ein Zugseil angebracht werden, so kann die Fallrichtung durch einen Helfer verstärkt werden.

Gartenbob Tipp:

Wickeln Sie niemals Zugseile, Halteseile oder Sicherungsseile um Ihre Hände, die Seilenden sollten locker und frei liegen um ein verheddern zu vermeiden. Stellen Sie sich niemals auf die losen Seilenden.

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Auch wir mussten einen Nussbaum fällen (sehr schade) aber er war so groß und die Haupt-
    äste gabelten sich so weit , dass der Stamm in der Gabel riss. Es bestand die Gefahr des Ab-
    bruchs, wobei erheblicher Schaden am Wohngebäude entstanden wäre. Eine Begutachtung
    vom Grünflächenamt haben wir machen lassen, denn wir wollten nicht unbedingt fällen lassen.
    Wir haben im Spätherbst einen Walnussbaum vom Fachmann fällen lassen. Der Stamm war ca. 80 cm im Durchmesser und wurde ca. 50 cm mit einer Wurzel – Fräse entfernt. Nun kommt dort jeden Tag mindestens 1 Eimer Wasser hoch. Das Wasser sieht fettig aus und riecht eigenartig.
    Was kann man dagegen tun? Kann das Wasser auch zum gießen verwendet werden oder muss es entsorgt werden?
    Für eine Antwort danke ich und verbleibe mit freundlichen Grüßen I. Rink

    • Hallo Rink,

      ich will keine Antwort schreiben wie das Wasser in einer Wurzel aufsteigt, sondern einfach erklären wie der restliche Teil der Wurzel am schnellsten verschwindet.

      Das noch Boden vorhandene Wurzelsystem lässt das Wasser ähnlich der Kapillarwirkung aufsteigen. Sollte das Wasser in der restlichen Baumwurzel sich verfärben ist das normal.
      Die einfachste Kostengünstigste Lösung ist auf den restlichen Wurzelteilen eine etwas höhere Mulchschicht auftragen (kein Rindenmulch). So entsteht auf der Wurzel im Prinzip ein Minikomposthaufen und der Verrottungsprozess des Mulches durch Kleinstlebewesen zerstört auch den Wurzelbereich. Ein Fehler wäre es reine Erde auf die Wurzel zu füllen, diese ist schon verrottet und die Wurzel würde noch sehr lange im Boden bleiben.
      Als Mulch kann Grasschnitt, Laub und andere Gartenabfälle die sonst auf dem Komposthaufen landen auf die Wurzel.

      Da die Wurzel abgefräst wurde dürfte die Wurzeloberfläche aufgeraut sein, zusätzlich kann noch mit einer Kettensäge der restliche Bereich tiefer eingesägt werden.
      Machen Sie dies nicht mit einer 50 € Baumarktkettensäge diese stößt bei einer Wurzel mit 80 cm Durchmesser an ihre Grenzen. Profi-Kettensägen haben stärkere Ketten haben mehr Leistung und sind robuster gebaut.
      Sie können den Wurzelbereich auch mit einen Trennschleifer einkerben, hier gilt das selbe wie bei den Baumarktkettensägen. Sollten preiswerte Maschinen eingesetzt werden schneidet man ein Stück macht eine Pause schneidet wieder ein Stück und so weiter.

      Die preiswerten Geräte sind für den Hobbybereich gebaut und nicht für den professionellen Einsatz gedacht.

      Um den Verrottungsvorgang weiter zu beschleunigen können auch Löcher in den Wurzelbereich gebohrt werden, dabei sollte darauf geachtet werden das der Bohrer nicht zu heiß wird sonst glüht er aus.
      Zum Schluss bleibt noch das übliche Handwerkzeug wie Säbelsäge, Axt oder Spaltkeil. Der Einsatz von Axt oder Spaltkeil erfordert lediglich einen hohen Kraftaufwand, es dauert etwas längere funktioniert aber auch.

      Allerdings sind im Zeitalter der Maschinen und oft unnötigen Termindruck die meisten Arbeitskräfte zu regelrechten Weicheiern geworden und wissen nicht mehr, dass hunderte von Jahren mit einfacher Technik und Menschenkraft im Forstbereich gearbeitet wurde. Der Einsatz von Handwerkzeugen hat den Vorteil, dass das Geld für Fitnessstudio gespart werden kann.

  2. Hallo ,unser Walnussbaum hat lauter Maden in der nun schwarzen Schale. Der Baum ist sehr groß und hängt voll .Muss ich den Baum fällen lassen oder gibt es noch Hilfe?
    Wie ich gelesen habe schlüpfen die Larven jedes Jahr aufs neue somit ist doch vorprogrammiert dass der Befall über Jahre dauern wird oder ???
    Wenn wir ihn fällen lassen , wo kann man die Genehmigung dafür einholen ??

    Vielen Dank

    • Hallo Wilhelm,

      die Maden stammen von der Walnussfruchtfliege. Es ist nicht nötig, gleich den Baum zu fällen, die Maden fressen lediglich in der grünen Schale (Fruchtfleisch). Die Holzschale der Nuss schützt den Kern vor Fraßschäden, somit können die Nüsse bedenkenlos nach dem Trocknen gegessen werden.

      Die grüne Schale mit dem schwarzen Teil entfernen. Sind auf der Holzschale dunkle Verfärbungen, spielt dies keine Rolle, es ist nur ein optisches Problem. Um zu verhindern, dass im nächsten Jahr die Walnussfruchtfliege zuschlagen kann, sollte der Boden im Fallbereich der Nüsse mittels Netze (Gemüsenetze) oder Planen abgedeckt werden.

      Nüsse die herabgefallen sind sollten sofort aufgesammelt werden, je kürzer die Liegezeit auf dem Boden, je geringer ist die Möglichkeit, dass die Maden in den Boden kriechen können. So wird verhindert, dass die Maden den Erdboden erreichen und sich verpuppen können.

      Schlüpfen die Fliegen, verhindern die Abdeckungen das Aufsteigen der Fliegen. Eine chemische und biologische Bekämpfung ist nicht möglich. Durch die Netze bzw. Abdeckungen kann man den Befall eindämmen, eine endgültigen Schutz gibt es nicht.

      Trotz alle dem ist es unnötig den Baum zu fällen, schließlich ist ein Walnussbaum ein dekorativer Schattenspender, Panik ist unnötig, da der Nussernte nichts entgegenzusetzen ist. Was die Fällgenehmigung betrifft, in jeder Kommune ist dies anders geregelt, einfach im Rathaus nachfragen.

      Mit freundliche Grüßen
      GartenBob.de

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